Turn-Team Deutschland

Dreimal Bronze für deutsches Trampolin-Team

02.05.2021 16:32

Erfolgreicher Abschlusstag der Europameisterschaften von Sotschi

Lange hatte Leonie Adam auf die Zähne gebissen und trotz einer dreiwöchigen Pause während der Vorbereitung eine sehr stabile Europameisterschaft geturnt. Ausgerechnet im Einzelfinale am Ende der kontinentalen Titelkämpfe in Russland musste die Olympiazehnte von Rio jedoch ihrer Fußverletzung Tribut zollen und ihre Kür auf dem Großgerät nach dem fünften Sprung abbrechen. Mehr als der achte Rang war für die 28-Jährige somit nicht drin.

Als kleiner Trost konnte jedoch die Bronzemedaille dienen, die die Trampolinturnerin des MTV Stuttgart kurz zuvor zusammen mit Klubkollegin Aileen Rösler im Synchronwettbewerb gewonnen hatte. Mit 45,990 Punkten musste sich das deutsche Paar lediglich den Konkurrentinnen aus Russland (48,70) und Weißrussland (47,560) geschlagen geben.

"Über diese Medaille bin ich überglücklich", betonte Leonie Adam. "Im Einzel war ich jetzt bei meiner dritten EM das dritte Mal im Finale." Klar sei so ein Absturz nicht zufriedenstellend, "aber ich werde daran arbeiten und aus dem Fehler lernen".

Genauso gut wie bei den Frauen lief es synchron auch bei den Männern, wo Fabian Vogel (MTV Bad Kreuznach) und Caio Lauxtermann (SC Cottbus) mit 49,930 Punkten den dritten Platz hinter Weißrussland (51,990) und Portugal (50,520)  belegten. Die Rückkehr zum auf internationaler Ebene länger gemiedenen Doppel hatte sich also gelohnt.

Die Edelmetall-Sammlung des DTB komplettierte Doppel-Mini-Trampolin-Spezialist Daniel Schmidt (Bramfelder SV), der in seinem Endkampf ebenfalls aufs Podium sprang.

Die Juniorinnen und Junioren auf dem Großgerät gingen derweil nach den beiden Team-Bronzemedaillen am Auftakttag in den Einzel- und Sychronwettkämpfen ebenso leer aus wie der Nachwuchs auf dem DMT.

Positives Fazit 

"Ich bin eigentlich sehr zufrieden", resümierte Bundestrainerin Katarina Prokesova nach insgesamt fünf Bronzemedaillen in den Aktiven- und Nachwuchsklassen. "Natürlich wäre ein noch besseres Abschneiden von Leonie im Einzel super gewesen." Aber der Knöchel der Sportlerin sei noch nicht ausgeheilt; zudem mache sich auch die lange Trainingsunterbrechung noch bemerkbar. "Sie war sehr fokussiert und hat auch heute supergut gekämpft", so Prokesova. Aber irgendwann sei es einfach nicht mehr gegangen. 

"Stark, dass wir uns dieser Aufgabe hier gestellt haben", sagte der für den Olympischen Spitzensport zuständige DTB-Vizepräsident Sylvio Kroll. Andere Länder seien davor zurückgeschreckt, an der EM teilzunehmen. "Aber ein internationaler Wettkampf war dringend notwendig." Die deutsche Bilanz sei mit fünf Medaillen "sehr gut" - gerade vor dem Hintergrund der langen pandemiebedingten Pause. "Jetzt hoffen wir, dass alle gesund nach Hause kommen."

Am Montag kehrt die Delegation nach Deutschland zurück. Dann bereiten sich die Weltcup-Teilnehmer erst einmal wieder zu Hause auf die letzte für die Olympiaqualifikation noch zählende Station Anfang Juni in Brescia vor. "Nach kurzer Erholung greifen wir wieder an", kündigte Prokesova an.